Im Jetzt leben – No Corona-Blues, alles geht vorbei!

Die Gegenwart ist die wichtigste Zeit im Leben, nur in ihr können wir wirklich etwas verändern. Das Problem ist leider, dass wir oft in der Vergangenheit oder in der Zukunft leben. Wir denken daran was wir hätten anders machen können oder haben Angst vor der Zukunft und vernachlässigen dabei die wichtigste Zeit: das Jetzt. Klar ist das nicht einfach im Hier und Jetzt zu leben — manchmal will man es auch gar nicht –, besonders nicht in Zeiten einer Pandemie: es ist nervig, frustrierend und erschöpfend. Strukturen brechen weg und für viele bildet sich das Gefühl keine Kontrolle mehr über das eigene Leben zu haben. Der erste Lockdown war hart, aber es blieb die Hoffnung, dass die Pandemie zum Ende des Jahres abklingen würde. Anderen war vielleicht klar, dass es einen zweiten Lockdown geben wird, aber egal was wir gefühlt oder gedacht haben, leider trifft es uns erneut. In der ersten Pandemie-Periode ist eine riesiger Teil meiner Struktur weggebrochen. Ich kam im April wieder nach Hamburg, konnte bis September nicht in meine neue Wohnung, hatte meinen neunen Job verloren und bin innerhalb von sechs Monaten dreimal umgezogen. In dieser Zeit war für mich eine Struktur am wichtigsten. Für diese zweite Welle möchte ich gerne meine Strategien mit euch teilen, die ich mir angeeignet habe, um besser durch diese unsichere Zeit und den Lockdown zu kommen. Ihr könnt es als eine Idee ansehen, um durch die schwierige Zeit zu kommen oder es auch für Bullshit erklären. Wie auch immer ihr euch entscheidet: Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

1. Mache dir die Gegenwart bewusst

Während des ersten Lockdowns, überlegte ich mir die Pandemie zu ignorieren — nein, nicht so wie ihr denkt, ich bin doch nicht bescheuert — ich lebte in der Gegenwart, in meinem persönlichen Jetzt und akzeptierte es genauso wie es war. Dabei stellte ich mir die Fragen: Was kann ich momentan tun? Was wollte ich schon immer tun, wofür mir immer die Zeit fehlte? Was ist mir wichtig? Was habe ich unter Kontrolle? Sobald diese Fragen beantwortet sind, ist es möglich sich die Gegenwart bewusst zu machen und eine neue Struktur aufzubauen. Für mich war es in der ersten Corona Welle sehr wichtig diese Fragen für mich zu klären, um mich nicht in einer Spirale des Bedauerns oder der Angst wiederzufinden. Bedauern darüber, dass ich meinen Master nicht früher beendet hatte (weil ich dann wenigstens schon eine eigene Wohnung gehabt hätte und nicht sechs Monate lang in WGs hätte leben müssen) und Angst vor der Zukunft: Finde ich einen neunen Job, was ist wenn ich in sechs Monaten wegen der Pandemie wieder nicht in meine neue Wohnung kann? All das lag außerhalb meiner Kontrolle, all das war schwierig zu klären. Das Einzige, das ich in der Hand hatte war die Gegenwart und etwas zu tun, damit es mir besser ging.

2. Lass deine Wut, deinen Ärger und deine Enttäuschung zu und lass dann los

Negative Gefühle zuzulassen ist der erste Schritt, um sie loslassen zu können. Es ist verständlich und normal, dass diese Situation Wut, Ärger und Enttäuschung auslöst und deshalb: Lass es zu! Jammer ruhig auch ein bisschen, es ist verständlich, lass alles raus: fluche, weine, schreie — was du möchtest. Danach wird es dir besser gehen und du kannst mit ganz neuer Energie der Situation entgegentreten und sie bewältigen.

3. Steh zu regelmäßigen Zeiten auf und mach dich fertig

Klingt profan, ist aber wichtig. Egal, ob du etwas vorhast oder nicht, egal, ob du zur Arbeit musst, im Homeoffice arbeitest oder momentan keinen Job hast, steh zu regelmäßigen Zeiten auf und mach dich fertig. Überleg dir ein Projekt, überleg dir, was du machen kannst, was du vielleicht machen musst oder was du schon immer machen wolltest: Jetzt ist die Zeit! Sie ist eine Möglichkeit wieder bei dir anzukommen und die Dinge zu tun, die dir wichtig sind. Ich habe zum Beispiel meinen Blog weitergeschrieben, mich um meinen Instagram-Account gekümmert und bin viel rausgegangen, um Fotos zu machen und so mehr über Fotografie zu lernen. Egal worauf du Lust hast, mach es! Und wenn du, wie ich, auch kein Morgenmensch bist, dann versuche am besten in 15 Minuten Schritten an deine Wunschzeit heranzukommen, so wird es immer einfacher früh aufzustehen. Ist deine Wunschzeit beispielsweise 7 Uhr und du stehst momentan immer erst um 8 Uhr auf, dann fang die ersten paar Tage mit 7:45 Uhr an und geh Schritt für Schritt weiter bis du bei 7 Uhr angekommen bist. So habe ich es geschafft langsam aber sicher um 6 Uhr aufstehen zu können.

4. Räume dein Zuhause auf

Miste aus, mach richtig sauber, mach es dir gemütlich. Es ist wichtig, dass wir uns zu Hause wohlfühlen, denn mindestens den letzten Abschnitt diesen Jahres werden wir die meiste Zeit dort verbringen. Als ich von Göttingen nach Hamburg gezogen bin, lag es natürlich nahe so richtig auszumisten, damit ich nicht mit unnötigen Dingen nach Hamburg ziehe und ich freue mich jetzt sehr über den Minimalismus in meiner neuen Wohnung. Schon lange wollte ich minimalistischer Leben und mich von alten Dingen befreien, die ich eigentlich nicht mehr brauchte. Durch die freie Zeit während meines Umzugs hatte ich endlich die Möglichkeit richtig viel loszuwerden. (Okay, leider konnte ich mich nicht konsequent von allem trennen, von dem ich mich hätte trennen sollen, aber alles ist ein Prozess: Step by Step). Ich denke aber die Bottom Line hier ist klar: Get rid of the shit you don’t need anymore.

5. Mach es dir schön

Vor allem jetzt in der Herbst- und Winterzeit ist es wichtig, dass wir es uns so schön wie möglich machen. Jeden morgen, wenn ich um 6 Uhr aufstehe, trinke ich erstmal meinen Kaffee und genieße die Ruhe. Für die Arbeit im Homeoffice koche ich mir einen Tee, mache mir Kerzen an und fange an zu arbeiten: Es ist gemütlich und warm, wodurch ich meistens viel produktiver bin. Überleg dir wie du am besten arbeiten kannst oder was für dich wichtig ist, damit du dich wohlfühlst.

6. Geh raus

Geh mindestens einmal am Tag raus. Geh spazieren, einkaufen oder auch Fahrrad fahren. Mach auf jeden Fall etwas draußen und wenn es nur für eine halbe Stunde ist. Jeden Tag nach der Arbeit gehe ich spazieren. Es bringt mich auf andere Gedanken und ich habe das Gefühl, trotz aller Restriktionen, immer noch frei zu sein, um Dinge zu tun, die ich mag und die mir ein gutes Gefühl geben. Heute habe ich erst wieder gemerkt wie viele schöne Ecken es in Hamburg gibt, die ich noch nicht kenne oder ich habe auch bekannte Ecken ganz neu entdeckt. Wenn ich durch Hamburg laufe, kommen mir oft die besten Ideen für meinen Blog oder ich schalte einfach nur ab und genieße die Stadt. Außerdem ist es schön nach einem Spaziergang wieder nach Hause zu kommen mit dem Gefühl etwas getan zu haben.

7. Mach Sport

Mittlerweile gibt es viele tolle Apps, für teilweise wenig Geld, mit denen super trainiert werden kann, mit guten Übungen, die Zuhause einfach durchzuführen sind. Wenn ihr gerne draußen seid und euch Kälte nichts ausmacht, dann bleibt auch immer noch joggen und Fahrrad fahren. In den sehr stressigen Zeiten während Corona, in denen ich viel Angst vor der Zukunft hatte und die Tage am anstrengendsten waren, habe ich auch gerne Yoga gemacht. Da Yoga nicht so hektisch und schnell ist, hilft es mir oft zu entspannen. Such dir eine Sportart, die du gerne machst und fang langsam an. Wenn du mal gar keine Lust auf Sport hast, kannst du auf Punkt fünf zurückgreifen.

8. Ruf deine Freunde*Innen und Familie an

Dieser Punkt ist vielleicht selbsterklärend oder total bescheuert zu erwähnen, aber oft habe ich niemanden angerufen, weil ich von der Situation viel zu genervt war. Dennoch habe ich gemerkt, dass es mir nach dem Telefonat mit meinen Feunden*Innen immer besser ging. Ruf sie einfach an oder macht nette abendliche Videokofernzen (wenn ihr das nicht eh schon tut). Sonst nehmt die Möglichkeiten wahr euch zu zweit zu treffen und macht einen schönen Social-Distancing-Spaziergang (vielleicht mit einer Flasche Vino, Bier oder Limo).

9. Gib dir Zeit und gehe verständnisvoll mit dir um

Das ist der wichtigste Punkt von allen, weil Veränderung ein Prozess ist. Leider bin ich manchmal sehr streng mit mir selbst und ich möchte immer sofort alles können und alles machen, dadurch hatte ich oft Rückschläge. Mittlerweile überlege ich mir genau, was ich gerade leisten kann und was nicht, welche Kapazitäten ich aufbringen kann und versuche abzuwägen, was wichtig und was unwichtig ist. Das gelingt mir oft sehr gut, manchmal aber auch nicht, weshalb es wichtig ist mit mir selbst verständnisvoll umzugehen. Die Pandemie verlangt viel von uns ab: Wir müssen aushalten, uns zusammenreißen, sind in unserer Freiheit eingeschränkt und haben nur wenig Gelegenheiten dem Ganzen auszuweichen. Verständnis ist dabei besonders wichtig. In einer schwierigen Situation mache ich meistens das zuerst, was ich auf jeden Fall leisten kann, wodurch mir die anderen Dinge viel leichter fallen, weil ich mit einem Erfolgserlebnis angefangen habe.

Sei gut zu dir! Gib dir Zeit und never forget: Alles geht zuende!

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