Ganz neue Töne

Die Tage, Wochen und nun auch Monate gehen ins Land und mein Blog schreit nach einem neuen Eintrag. In der Arbeitswelt angekommen, bemerke ich die Schwierigkeiten des Alltags, die sich ungehemmt meiner Schreiblust und Kreativität in den Weg stellen. Tausend Gedanken schwirren durch meinen Kopf, hervorgerufen durch die Erlebnisse meines täglichen Lebens. Von dem lästigen Sexismus am Arbeitsplatz bis hin zu meinem Bedürfnis nach Ruhe und Frieden — im Außen und im Innen.

Aufwühlend ist so ein Leben nach der Wonne des Studiums. Tagtäglich kämpfte ich mich durch die Masterarbeit und verfluchte sie und jede Zeile, die geschrieben werden musste, nur um mich letztendlich in einem Leben wiederzufinden, das ich mir doch anders vorgestellt hatte. Oder hatte ich es mir immer so vorgestellt und hatte es nicht bemerkt?

Der Kopf und das Herz liefern sich einen unerbittlichen Kampf: „Ja, was willst du denn nun?“, schreit die Stimme in mir drin. „Ja, was willst du denn nun.“, schallt es nach.

Schon immer war ich einer dieser Menschen, die nie so richtig wussten was sie wollten — im Job, im Leben. Und auch jetzt jagt mein Herz meinen Geist und hetzt der Rationalität hinterher, um sie aufzuhalten, sie zu stoppen und zu sagen:“Warte! Halt Inne! Hör mir zu!“

„Eigentlich will ich doch nur glücklich sein.“, sage ich mir resigniert. Doch was ist Glück? Überhäuft werde ich mit Weisheiten, die sagen, dass nur die Akzeptanz des Seins zu wahrem Glück führt, dass das Durchleben der Gefühle zu wahrem Glück führt. Humbuk? Esoterischer Scheiß? Möchtegern Spiritualität? Vielleicht. Irgendwie wahr, aber irgendwie auch sehr schwierig und verschwommen.

In dem einen Moment glücklich in der Zerstörung allem, im nächsten glücklich über die Stabilität; das Akorate: Alles hat seinen Sinn, alles hat eine Bedeutung. Doch, dieser Moment hält nicht lang, dieser Moment hat keine Stabilität, dieser Moment ist flüchtig und verflüchtigt sich im selben. Und dann? Kommt das Nichts. Und hier weiß ich, dass das Nichts nun das wahre Glück ist, die Akzeptanz des Nichts. Auch das Nichts, ist das Gefühl, dass ich zulassen muss. Denn nichts ist nie nichts, es ist genauso ein Gefühl, wie das Gefühl definiert wird als Gefühl. Ich weiß es, aber es auszuhalten ist doch etwas scheinbar Unmögliches. Ja, es stimmt, das Nichts ist ein Gefühl, es tut weh, es ist ein unerträgliches Gefühl. Und langsam bemerke ich:

Der Geist sinkt und zieht den Körper mit hinein. Es gibt keinen Halt im Untergang der Leidenschaft und im Verblassen des Traums ich zu sein.

 

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